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Der Kinomarkt hat durch den deutschen Film wieder zugelegt: Besucherzahlen und Umsatz sind 2011 gestiegen. Die Zahl der Besucher stieg im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um 2,3 Prozent auf 129,6 Millionen, der Umsatz kletterte um 4,1 Prozent auf 958,1 Millionen Euro, wie der Vorstand der Filmförderungsanstalt (FFA), Peter Dinges, sagte.
"Nach einem starken Rückgang der Besucherzahlen im Jahr davor ist dies unter dem Strich ein freundliches - aber noch kein sehr gutes Jahr", erklärte Dinges. Sieben Millionen Menschen mehr als noch 2010 sahen im vergangenen Jahr einen deutschen Film - insgesamt waren es 27,9 Millionen Besucher. Bei den US-Produktionen sank die Besucherzahl hingegen um 5,1 Millionen auf 77,2 Millionen.
Der Umsatz wuchs zum dritten Mal in Folge und lag bei 958,1 Millionen Euro (plus 4,1 Prozent). Dazu trugen 3D-Filme bei - und die auch durch 3D-Filme beeinflussten höheren Eintrittspreise. Kinokarten kosteten im Schnitt 7,39 Euro (plus 12 Cent). Insgesamt liefen im vergangenen Jahr 46 Produktionen in 3D in den deutschen Kinos an, darunter sieben deutsche Filme. "Das sind, mit Ausnahme der USA, mehr als in jedem anderen Land", sagte Dinges. Mit "Wickie auf großer Fahrt" und "Die drei Musketiere" sind zwei deutsche Filme unter den zehn erfolgreichsten 3D-Filmen 2011.
Insgesamt kamen 532 Filme neu in die Kinos. 34 Streifen, darunter acht deutsche Produktionen, knackten die Millionen-Marke an Besuchern. Am erfolgreichsten war Til Schweigers "Kokowääh" mit 4,3 Millionen Besuchern. Die Komödie rangiert damit auf Platz drei der Jahres-Charts, hinter den neuen Abenteuern von Harry Potter und den Piraten der Karibik.
Nach Einschätzung von Dinges wird der Trend zu Fortsetzungen weiter anhalten. "Sechs Filme unter den Top Ten waren Sequels", betonte er. Gut liefen auch "What a Man" mit Matthias Schweighöfer (1,8 Millionen Besucher) oder der Überraschungserfolg "Almanya - Willkommen in Deutschland" (1,4 Millionen). Beachtlich viele Zuschauer hatte Wim Wenders oscarnominierte Doku "Pina" mit rund 500.000 Besuchern. Der deutsche Film erreichte 2011 einen Marktanteil von 21,8 Prozent.
Eine unerfreuliche Nachricht hatte Dinges allerdings auch zu vermelden: Auch in diesem Jahr sank die Zahl der Kinos wieder. Dabei handelt es sich um einen seit fünf Jahren anhaltenden Trend in Deutschland. 2011 gab es 1671 Spielstätten, im Jahr zuvor waren es noch 1714. "Ich halte das für eine problematische Entwicklung", sagte Dinges. Besonders Städte mit weniger als 50.000 Einwohnern verlören ihre Leinwände. Mit der 2011 von FFA, Bund und Ländern aufgelegten Digitalisierungsförderung soll der Negativtrend gestoppt werden.
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