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Wieder ist ein Wulff-Urlaub in der Diskussion: Der befreundete Manager Groenewold hat einen gemeinsamen Sylt-Urlaub 2007 zunächst bezahlt, Wulff will ihm das Geld jedoch in bar erstattet haben. Groenewold verpflichtete das Hotelpersonal offenbar zum Stillschweigen - allerdings erfolglos.
Von Peter Mücke, NDR, ARD-Hauptstadtstudio
Es geht mal wieder um einen Hotelaufenthalt - und mal wieder war es der Filmfondsmanager David Groenewold, der mit den Wulffs Urlaub machte - und das Hotel buchte. Das räumten Wulffs Anwälte heute ein. Allerdings habe Groenewold die Kosten für die Suite nur vorgelegt. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident habe das Geld dann in bar beim Auschecken zurückgezahlt.
Für den parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, steht fest, "dass, angesichts der nach wie vor ungeklärten und ständig sich erneuernden Vorwürfe, der Bundespräsident sein Amt nicht mehr so ausüben kann, wie es die Verfassung erfordert - dass er als Präsident aller Deutschen spricht und den notwendigen Respekt genießen kann".
Heikel macht die Sache vor allem, wie Groenewold agiert haben soll. Mitte Januar - also mehr als vier Jahre nach dem gemeinsamen Kurzurlaub - soll er per Telefonanruf die Hotelangestellten zum Stillschweigen verpflichtet haben. Die "Bild"-Zeitung druckte eine interne Anweisung an das Hotelpersonal ab. Dort heißt es: "Herr David Groenewold hat angerufen, wir sollen keinerlei Infos über ihn rausgeben. Er war 2007 mit Herrn Wulff im Hotel Stadt Hamburg und hat den gesamten Aufenthalt übernommen. Falls also "Bild" oder "Spiegel" anruft, wir wissen von nichts." Wenige Tage später habe sich Groenewold laut "Bild"-Zeitung im Hotel auf Sylt persönlich alle relevanten Rechnungen und Belege in Kopie aushändigen lassen.
"Ich bin einigermaßen entsetzt, dass jetzt hier von Herrn Groenewold nachträglich Verdunkelungen und Vertuschungen vorgenommen werden. Das ist ein ganz gravierender Vorgang. Ich meine, jetzt ist es an der Zeit für die Staatsanwaltschaft, Ermittlungen zu beginnen", so Oppermann.
Sie soll prüfen, ob Groenewolds enge Freundschaft zu Wulff vielleicht auch geschäftliche Hintergründe hat. Das Land Niedersachsen hatte einem Unternehmen des Filmmanagers 2007 eine Millionen-Bürgschaft zugesagt. Damals hatte der Berliner Groenewold sein Engagement in Niedersachsen in einer Pressemitteilung damit begründet, dass Wulff mit viel persönlichem Einsatz wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Medienwirtschaft gebe.
Für den parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, besteht Aufklärungsbedarf: "Es geht um den Vorwurf, der dringend ausgeräumt werden muss - wenn er ausräumbar ist -, dass hier jemand Vorteile gewährt hat dafür, dass er bestimmte Förderungen durch die Landesregierung bekommen hat."
Wulffs Anwalt betonte, dass nach seinen Informationen die Landesbürgschaft nie zum Tragen gekommen sei, weil das Filmprojekt letztlich nicht zustande kam. Groenewold habe während der Amtszeit von Ministerpräsident Wulff nie eine Unterstützung des Landes Niedersachsen erhalten. Außerdem betont er, Wulff habe keine Kenntnis davon gehabt, dass Groenewold sich wegen des Aufenthalts 2007 an das Hotel gewandt habe.
Inzwischen prüft die Staatsanwaltschaft Hannover die Vorgänge rund um den gemeinsamen Kurzurlaub. "Wir nehmen die Berichterstattung mit großem Ernst zur Kenntnis", sagte Oberstaatsanwalt Lendeckel der Nachrichtenagentur dpa.
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