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Zehntausende sind durch die Hungersnot in Somalia gestorben. Die politische Lage in dem Bürgerkriegsland ist weiterhin schwierig. Doch es hat geregnet, die Ernte ist gut ausgefallen und die internationale Hilfe war ein Erfolg. So hat die UNO die Hungersnot nun offiziell für beendet erklärt.
Von Antje Diekhans, ARD-Hörfunkstudio Nairobi
Der Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen für Somalia wirkte erleichtert. Nach allen Schreckensmeldungen der vergangenen Monate konnte Mark Bowden diesmal eine gute Nachricht verkünden: Die Hungersnot in dem ostafrikanischen Land ist offiziell vorbei.
Ende vergangenen Jahres hatte endlich der lang ersehnte Regen in Somalia eingesetzt. Jetzt können die ersten Ernten eingefahren werden - und sie fallen in vielen Landesteilen sogar üppig aus. "Die außergewöhnlich guten Ernten haben uns Auftrieb gegeben", sagt Mark Bowden. "Vor allem, weil sie gerade den Menschen in den besonders betroffenen Gebieten zugute kommen. Ich meine die Regionen im Süden, in denen die Dürre am schlimmsten war und die für uns nur schwer zu erreichen waren."
[Bildunterschrift: Noch immer leben viele Menschen in Flüchtlingslagern - wie hier in Dinsoor im Süden. Doch die Lage hat sich klar verbessert. ]
Vor einem halben Jahr hatten die Vereinten Nationen für zwei Gebiete Somalias eine Hungersnot erklärt. Später dehnten sie die Einstufung auf weitere Regionen aus. Die Lage wurde dadurch verschlimmert, dass eine radikal-islamische Miliz in weiten Teilen des Landes keine Hilfe durch internationale Organisationen zulassen wollte. Hunderttausende Menschen waren von jeder Versorgung mit Lebensmitteln abgeschnitten. Ihnen blieb nur die Flucht in die Nachbarländer Kenia oder Äthiopien. Viele starben auf den wochenlangen Fußmärschen, vor allem Kinder überstanden die Strapazen nicht.
Auch jetzt kann noch längst keine vollständige Entwarnung gegeben werden. Somalia braucht weiter Unterstützung, meint der Nothilfekoordinator. Die Verbesserungen seien beträchtlich, aber möglicherweise nicht von Dauer. "Wir müssen uns jetzt darauf konzentrieren, langfristig die Lebensbedingungen der Bauern zu verändern. Sie müssen besser mit Dürren und anderen Krisen fertig werden, damit sie nicht mehr von Hilfe abhängig sind", so Bowden.
Noch immer sind den Vereinten Nationen zufolge etwa 2,3 Millionen Somalier auf Nahrungslieferungen angewiesen. Viele leben weiter in Flüchtlingslagern. Sie wollen nicht zurückkommen, weil sie Angst vor der nächsten Dürre haben. Und weil Somalia in weiten Teilen ein Land im Krieg ist, in dem Islamisten die Bevölkerung terrorisieren.
Der Leiter der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, José Graziano da Silva, gibt schon jetzt einen Zeitrahmen vor, in dem sich entscheidet, ob die nächste Katastrophe für das ostafrikanische Land droht."Wir haben drei Monate, um eine weitere Hungersnot zu verhindern, falls wieder eine Dürre kommt. Wir brauchen Frieden in Somalia. Und dafür brauchen wir die Hilfe Gottes."
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