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Die Themenliste ist lang: Syrien, die Lage in Griechenland, die Finanzkrise und verschiedene Gemeinschaftsprojekte. Kanzlerin Merkel fährt heute mit acht Ministern zu einem Spitzentreffen mit der Regierung von Präsident Sarkozy. Auch wird sie mit ihm zusammen ein Interview geben - zum Unmut der Opposition.
Von Evi Seibert, SWR-Hörfunkstudio Paris
Premiere für das deutsch-französische Duo: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy geben in Paris heute erstmals gemeinsam ein großes Fernseh-Interview, das am Abend in Deutschland und Frankreich ausgestrahlt werden soll. Anlass ist der Ministerrat, zu dem Merkel mit acht Ministern nach Frankreich anreist. Zusammen mit den französischen Amtskollegen arbeiten sie an einer Steuerharmonisierung beider Länder und unterzeichnen eine engere Kooperation in Wissenschaft und Forschung. Außerdem auf dem Terminkalender: Syrien, die Lage in Griechenland und die Schuldenkrise.
Die politischen Themen des Gipfels treten in Frankreich allerdings in den Hintergrund, angesichts des Wahlkampfs, der hier beständig an Fahrt aufnimmt. Seit Wochen preist der französische Präsident, der seine Kandidatur offiziell noch gar nicht erklärt hat, gebetsmühlenartig das deutsche Modell an. Er will in Frankreich Reformen ähnlich der deutschen Agenda 2010 durchsetzen, um die Wirtschaftskrise zu meistern. Mit dieser Härtekur will er sich gegen den sozialistischen Herausforderer Francois Hollande profilieren, der den Franzosen die Rückkehr des "französischen Traums" verspricht.
[Bildunterschrift: Sie stehen am Abend gemeinsam vor der Kamera: Nicolas Sarkozy und Angela Merkel ]
Da kommt es Sarkozy sehr zupass, sich heute zur Hauptsendezeit mit der erfolgreichen - und auch in Frankreich sehr bewunderten - deutschen Kanzlerin im Fernsehen zu präsentieren. Sie hat angekündigt, ihn in ihrer Funktion als CDU - Vorsitzende im Wahlkampf zu unterstützen. Offiziell gehört der gemeinsame heutige Auftritt zwar nicht dazu - wird von vielen aber so empfunden - und von der französischen Opposition dementsprechend kritisiert.
Sarkozy Rivale Hollande hat aber schon angekündigt, er wolle die Kanzlerin ebenfalls treffen - auch wenn er nichts von der Übernahme des deutschen Modells hält. Bisher scheint Angela Merkel aber Amtsinhaber Sarkozy Vorrang auf ihrem Terminkalender zu geben.
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