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Die eisigen Temperaturen haben weite Teile Europas fest im Griff. Besonders extremes Wetter herrscht auf dem Balkan. In Bosnien türmt sich der Schnee meterhoch, in Serbien sind tausende Menschen von der Außenwelt abgeschnitten und in Bulgarien brach durch das Tauwetter ein Staudamm.
Christoph Peerenboom, ARD Studio Südosteuropa
Erst heftiger Schneefall, dann Tauwetter und Regen: Extreme Wassermengen haben im Süden Bulgariens einen Staudamm brechen lassen. Die meterhohe Flutwelle wälzte sich durch mehrere Dörfer, riss Baumstämme mit und zerstörte Gebäude.
Ein Anwohner berichtete in einem lokalen Rundfunksender: "Die Welle kam außerordentlich schnell. Wir konnten nur noch die Treppen hochlaufen, in den oberen Teil unseres Hauses." Auf Bildern aus der Katastrophenregion ist zu sehen, wie Häuser bis zum Dach im Wasser stehen, von manchen Bäumen ragen nur noch die Wipfel aus den Fluten.
Am stärksten betroffen ist das 800-Einwohner-Dorf Bisser: Dort sollen 90 Prozent aller Gebäude beschädigt oder zerstört sein, so ein Vertreter des Katastrophenschutzes. Bürgermeisterin Slatka Angelowa sagte kurz nach dem dem Unglück: "Ich bin hier draußen bei der Brücke. Die Zerstörungen sind kaum zu fassen - in der Brücke klafft ein Loch; es ist einfach schrecklich."
Mindestens vier Menschen kamen allein in diesem Dorf ums Leben, berichten bulgarische Medien, insgesamt sollen acht Menschen ertrunken sein. Andere konnten aus dem Wasser gerettet werden, sie waren stark unterkühlt und wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.
Rumänien kämpft ebenfalls weiter gegen die Folgen des Ausnahmewinters: Allein vergangene Nacht erfroren fünf Menschen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit liegt die Zahl der Kältetoten in Rumänien jetzt bei 39. Vor allem Obdachlose sind unter den Opfern - sowie arme Menschen, denen das Geld zum Heizen fehlt. Schneestürme und Eisregen behindern den Verkehr. Über 2600 Schulen bleiben im ganzen Land geschlossen.
Auch in Serbien haben die Kinder in dieser Woche keinen Unterricht: Die starken Schneefälle der letzten Tage haben viele Straßen unpassierbar gemacht, tausende Menschen sind immer noch abgeschnitten. "Unsere einzige Verbindung mit der Außenwelt sind Fernsehen und Telefon", sagt dieser Mann aus einem Gebirgsdorf 140 Kilometer südlich von Belgrad.
Zehn Menschen sind in Serbien bis jetzt erfroren. Landesweit gilt nun die so genannte "Ausnahmesituation" - alle Kräfte sollen mobilisiert werden, um der Lage Herr zu werden, versprach Serbiens Innenminister Ivica Dacic: "Bisher haben sich alle Gemeinden nur um ihre eigenen Probleme vor Ort gekümmert. Die Entscheidung jetzt bedeutet, dass wir die Maßnahmen besser vernetzen." Die Regierung stelle zusätzliche Fahrzeuge zur Schneeräumung zur Verfügung, auch Finanzhilfen und Personal.
[Bildunterschrift: Soldaten kämpfen in Bosnien gegen die Schneemassen ]
In Bosnien liegt der Schnee zum Teil meterhoch: Die Region registrierte die stärksten Schneefälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Viele Dörfer sind kaum erreichbar. Ähnlich die Lage in Montenegro. Sogar die kroatische Adriaküste ist verschneit, hier brach der Verkehr zeitweise zusammen. Anwohner wie dieser Mann haben Ähnliches noch nicht erlebt: "Schrecklich ist das – ich bin fast 60 Jahre alt, und kann mich an nichts Vergleichbares erinnern." Für Dalmatien haben die Behörden den Notstand ausgerufen.
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